Kinderwagen vs. Tragetuch

Ursprünglich war ich eine Verfechterin des Tragetuchs – einen Kinderwagen wollte ich nicht kaufen, weil ich meinte der Zwerg würde darin nie gefahren und ich würde ihn immer tragen. Gekommen ist es leider ganz anders.

Der Zwerg wollte nämlich sein trautes Heim nicht verlassen und musste mittels diverser Mittelchen auf diese Welt gelockt werden. Im Klartext bedeutete dies *schnipp-schnapp* Bäuchlein auf wie beim „Wolf und den sieben jungen Geißlein“ und brachte für mich die Einschränkung, 8 Wochen keine schweren Dinge zu tragen, keine Hausarbeit, keinen Sport zu machen, mich nicht zu belasten in keinster Weiser…

Ein kleines aber schweres Kind durch die Gegend zu tragen war mir nur schwer möglich. Kondition, Kraft und sogar mein Gleichgewicht waren eine zeitlang so eingeschränkt, dass ich es mit Müh und Not schaffte die Babytrage samt Zwerg vom Haus zum Auto und wieder zurück zu tragen. Am Anfang klappte nicht mal das und ich musste mir für die erste Untersuchung des Zwergs beim Kinderarzt sogar von meiner Mutter und den Arzthelferinnen helfen lassen, denn Trage und Kind ging nicht zusammen. Die ersten Wochen trug ich immer die Trage zum Auto und holte dann den Zwerg, um eine Belastung zu vermeiden.

Für mich als einen immer sportlichen Menschen war das ein herber Rückschlag und meine Pläne, mein Kind eng an mich geschmiegt im Tragetuch durch die Gegend zu tragen waren erst einmal begraben. Längere Strecken zu Fuß und mit Gewicht waren konditionell einfach nicht machbar. Selbst mit dem Kinderwagen war ich dann sehr langsam unterwegs, denn wir haben bei uns im Ort nur wenige Möglichkeiten ebene Strecken zu fahren. Wir wohnen an einem „Berg“ und damit verbunden gestalten sich auch die Ausfahrten mit dem Kinderwagen schwierig. Denn will man eine Runde, die länger als nur ein paar Minuten dauert, zurücklegen, geht es zunächst einige 100 Meter bergab – auf dem Heimweg folgt dann die Steigung.

Als ich wieder einigermaßen fit war, versuchte ich erstmals den Zwerg im Tragetuch unterzubringen. Das Resultat war wildes Geschrei – Bindetechnik etc. waren in Ordnung – daran lag es nicht.  Mein Baby mochte es offenbar nicht eng an mich geschnürt zu sein ohne seine übliche Bewegungsfreiheit. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich startete weitere Versuchen zu unterschiedlichen Zeiten, Orten – mal wollte ich nur die Wäsche aufhängen zusammen mit meinem Kind im Tragetuch, mal zum Einkaufen. Es klappte alles nicht.

Wir hatten neben dem Tragetuch noch eine weitere Trage im Gebrauch. Aber auch diese gepolsterte, verstellbare Trage war ihm maximal für eine halbe Stunde geheuer, danach fing er mit quengeln und schließlich weinen an.

Noch heute ist es schwierig mit dem Zwerg längere Zeit (>1 Minute) irgendwo still zu sitzen. Er ist wahnsinnig neugierig und bewegungsfreudig – irgendwo zu sitzen oder zu hängen und sei es noch so nah bei Mama oder Papa – mein Kind mag es nicht. Ich dachte nicht, dass so etwas möglich ist, aber offenbar ist tatsächlich jedes Kind verschieden.

Das bedeutet aber auch, dass die Ausfahrten im Kinderwagen den Zwerg nicht ausfüllen. Auch hier besteht das gleiche Problem – lange Fahrten emfindet er als einengend. Er versucht sich aus den Gurten zu befreien und würde – so er könnte – vom Wagen springen und selbst laufen. Noch kann er nicht frei laufen, aber ich bin mir sicher, dass wenn es soweit ist, das Ende des Kinderwagens angebrochen ist.

Wer lesen möchte wie es Maja von Pusteblumenbaby mit ihrer Tochter ergangen ist, kann dies hier tun.

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