Luxury Box No. 2 – April 2017

Seit mittlerweile vier Boxen (also tatsächlich nun schon einem ganzen Jahr) freue ich mich jedes Quartal auf ’s Neue auf die neue Luxury Box. Bis auf eine Ausnahme war ich immer begeistert von der Vielfalt und der Qualität der in der Box enthaltenden Produkte. Die Luxury Box gibt es alle drei Monate und sie enthält 6 – 8 hochwertige Kosmetik- und Pflegeprodukte. 

Dieses Mal passt der komplette Inhalt nicht in die sonst immer wunderschön gestaltete und liebevoll gepackte Box. Ein Produkt ist so groß, dass es separat geliefert wird. 

Nachfolgend eine kleine Aufstellung der Produkte, die ich in meiner Box hatte. Da es unterschiedliche Varianten gibt, kann es sein, dass ihr zum Teil andere Produkte erhaltet. 

Tavana by Anoushka Duelli

Hierbei handelt es sich um eine Augencreme im kleinen 15 ml – Tiegel. Da ich die Firma bisher nicht kannte, habe ich mich informiert und dabei heraus gefunden, dass die Firma im August 2015 die neue Pflegemarke mit dem Namen Tavana Cosmetics The Pearl auf den Markt gebracht hat.

Neben den interessanten Inhaltsstoffen (u.a. aus Perlen und Acaibeeren), finde ich schön, dass man auf Silikone, Paraffine und Parabene als Inhaltsstoffe verzichtet und auch Tierversuche abgelehnt werden. Gespannt bin ich bereits jetzt, ob die Creme hält was sie verspricht.

Da ich sehr empfindlich auf Duftstoffe und einige andere typische Inhaltsstoffe in Kosmetika reagiere, prüfe ich immer auf Codecheck auf die Inhaltsstoffe von neuer Kosmetik oder Pflegeprodukten. Hier sind einige bedenkliche Stoffe enthalten, auch wenn die Firma sonst beteuert auf verschiedenste Stoffe zu verzichten, sind hier immer noch zwei enthalten, bei denen man es sich zweimal überlegen sollte, ob man dies unterstützen möchte oder nicht. 

Zum einen ist Palmöl enthalten, von dem wir alle wissen, dass es auf Feldern angepflanzt wird, für die vorher Regenwälder abgeholzt wurden. Nachgeprüft habe ich bisher nicht, ob Tavana ggf. Palmöl von Plantagen bezieht, für die kein Regenwald abgeholzt werden musste. Für mich ist es ein grundsätzliches Nogo, da man Alternativen hat und hier einfach nur die günstigste Variante wählt. 

Außerdem ist Paraffinöl enthalten und das finde ich enttäuschend, da genau dieses ja eigentlich nicht enthalten sein soll und man mit genau dieser Aussage wirbt. Paraffinöl steht im Verdacht in verschiedenen inneren Organen die Entstehung von Krebs zu begünstigen und lagert sich zudem in den Organen ab. Auch hier ein klares Nogo für mich. 

Zusätzlich finden sich einige Stearate in der Creme, die in Verdacht stehen, dass sie die Barrierefunktion der Haut schwächen. Gerade an den Augen, wo die Haut ohnehin sehr dünn ist, ist das natürlich nicht gut. 

Zwiegespalten bleibe ich zurück und bin unsicher ob ich das Produkt überhaupt benutzen werde. Dennoch gefällt mir die Idee der Hersteller der Luxury Box ein Produkt in die Box zu packen, dass aus einer Pflegelinine stammt, die mit luxuriösen Inhaltsstoffen wirbt. Schade, dass man nicht bis zuletzt geprüft hat, ob das Produkt den Ansprüchen auch genügt.

Jean D’Arcel Lift Up Cure Bi-Phase Concentrate

Drei Ampullen à 1 ml Inhalt, die zusammen oder einzeln genutzt werden können. Nette Idee, da man so die unterschiedlichen Ampullen ausprobieren kann, bevor man sich entscheidet.

Auch Jean D’Arcel sagte mir bisher nichts und daher erfolgte auch hier eine kurze Recherche um wen es sich hier genau handelt. Das Unternehmen gibt es bereits seit 50 Jahren und seine Produkte werden ausschließlich in Kosmetikinstituten und Parfümerien, sowie Hotel-Spas eingesetzt, was ziemlich sicher der Grund dafür ist, dass ich es bisher nicht kannte. 

So weit so gut, aber auch hier war ich auf Codecheck und habe leider auch dieses Mal keine guten Nachrichten. Dieses Mal ist es Butylphenyl Methylpropional, welches als sehr potentes Allergen bekannt ist. Und da ich recht häufig auf Duftstoffe in Shampoo oder Duschgel reagiere, wäre es in diesem Fall bei einer Anwendung im Gesicht ziemlich fatal. Somit wird mich wohl auch dieses Produkt so schnell verlassen wie es bei mir angelangt ist. Einen Ausschlag im Gesicht aufgrund neuer Kosmetika werde ich nicht riskieren.   

Auch hier ist wieder einmal Palmöl im Einsatz – über die Gründe warum ich Palmöl ablehne, habe ich ja bereits weiter oben geschrieben. 

Und zu guter Letzt enthält das Produkt Farbstoffe (CI 16035), wofür es in meinen Augen keinen Grund gibt.

Wer Interesse an den drei Ampullen hat, darf sich gerne in den Kommentaren verewigen. 

Grundsätzlich handelt es sich hier nicht um ein schlechtes Produkt. Versteht mich nicht falsch. Nur reagiert meine Haut sehr sensibel und dieses Risiko möchte ich gerade nicht eingehen.

Le Parfumeur – Duftkollektion 5er Set

Hier wird es sehr schwierig, da ich sehr eigen bin was Düfte betrifft. Mir gefallen die typischen blumigen Düfte für Frauen überhaupt nicht und früher habe ich daher häufig Parfüms für Männer oder Unisex-Parfüms genutzt. Das ist bis heute so geblieben, auch wenn ich ab und an herum probiere und mal ein leichtes blumiges Parfüm ausprobiere. Häufig reagiere ich jedoch auf Parfüms mit Kopfschmerzen, je nach dem was enthalten ist und wie aufdringlich das Ganze wird.

Somit bin ich sehr gespannt, ob hier von den  fünf Sorten zumindest eine dabei ist, die mir gefällt. Der Gedanke hinter der Duftkollektion besteht ja zudem eigentlich darin, die Düfte miteinander zu kombinieren und sich sein ganz eigenes Parfüm zusammen zu stellen.

Sollte keines dabei sein, wird es bei näherer Gelegenheit auch hier eine Aktion geben und die Parfüms werden mich wieder verlassen. Was die Inhaltsstoffe betrifft bin ich hier nicht ganz so streng, da ich das Parfüm nie auf der Haut trage, sondern immer auf einem Schal oder einem anderen Kleidungsstück.

Aber auch hier ist in drei der fünf Sorten wieder Butylphenyl Methylpropional enthalten und somit die Gefahr einer Kontaktallergie gegeben. 

Dennoch werde ich der Duftkollektion eine Chance geben, denn wie gesagt, kommt keiner der Stoffe meiner Haut zu nahe und somit kann ich gefahrlos ausprobieren ob es gefällt.

Uslu Airlines Lip Gloss YYZ
lester b.pearson intl. Canada

Ein Lipgloss – yeah! Na gut … dass ich  kein bekennender Lippenfarbefan bin, dafür kann ja niemand außer mir etwas. Scheinbar hat aber jemand mein Profil bei Luxury Box nicht gelesen, in dem eindeutig steht, dass ich so gar nichts für Lippenstifte und Co. empfinde und diese eben auch nicht benutzen mag, es sei denn sie sind nicht gefärbt. Ich mag meine Lippenfarbe so wie ist, ganz ohne zusätzliches Rot oder Braun oder Rosa. Entweder also hat man es nicht gelesen oder es gab einfach keine Alternative. Das finde ich furchtbar schade und werde dies auch bei der Bewertung der Box ansprechen.

Uslu Airlines ist eine Kosmetikmarke, die in New York gegründet wurde, momentan aber ihren Hauptsitz in Berlin hat. Seit 2003 vertreibt Uslu Airlines Produkt für Haar- und Make-Up Artists. Die Produkte sind laut Herstellerfirma hochwertig und umweltfreundlich. 

Da ich das Produkt ohnehin nicht nutzen werde, tut auch das Codecheck-Ergebnis dieses Mal nicht weh. Denn das sieht, wer hätte es gedacht, eben  auch nicht gut aus.

Neben Polybutene (toxisch, gesundheitsschädlich), finden sich BHT (Krebsfördernd, hormonell wirksam), Ozokerite und Ceresin (enthalten Mineralöl, lagern sich in den Organen ab), Butylparaben (hormonell wirksam) findet sich auch dieses Mal wieder einmal Palmöl im Produkt.

Dennoch handelt es sich möglicherweise um ein Produkt, das wunderbar funktioniert. Wer sich also an den ganzen möglichen Risiken nicht stört, kann es sich trotzdem nutzen. 

Sexy Hair 450° Headset
Heat Defense Setting Spray

Haarpflege finde ich super und da nach fünfwöchiger Wartezeit und Stylingabstinenz nun auch endlich mein Glätteisen wieder zuhause ist, freue ich mich umso mehr, dass dieses Produkt im Paket war. Denn es handelt sich um ein Hitzeschutz-Spray, wobei die 450 ° sich auf ° Fahrenheit beziehen und umgerechnet etwas 230 ° Celsius entsprechen und somit optimal geeignet sind für die Arbeit mit Föhn und Glätteisen. 250 ml kosten UVP 21,95 €. 

Das Codecheck-Ergebnis sieht so aus:

HMPCC – auch hier steckt ein hochpotentes Allergen drin. Bin gespannt, was mein Haar dazu sagt. Ausprobieren werde ich das auf jeden Fall, denn auch wenn ich sonst immer pingelig bin, was Inhaltsstoffe betrifft, ist es bei Haarsprays in der Regel so, dass sie die Haut nicht treffen und somit ist das Risiko einer allergischen Reaktion zwar gegeben, aber zumindest größtenteils durch vorsichtige Handhabe umgehbar.

Schade finde ich es dennoch, dass hier ein Duftstoff drin ist, der den Eigengeruch des Sprays überdeckt. Nach was riecht es denn sonst? Auch Benzophenone (hormonell wirksam), Methylisothiazolinone (stört das Immunsystem, Asthma- und Allergiepotential) und auch Butylphenyl Methylpropional ist wieder dabei.

Auch die Umwelt wird sich über dieses Produkt nicht freuen, denn es enhält Polyurethane-14, welches sich als Mikroplastik in Flüssen und Seen ablagern kann und somit zur Verschmutzung unserer Umwelt beiträgt. 

Da es nun aber in meinem Paket drin war, werde ich es mit ein wenig Vorsicht dennoch nutzen. Ob ich es danach nach kaufen werde, bezweifle ich jedoch. Vielleicht nutze ich die Chance und schreibe dem Hersteller eine Mail. Habt ihr damit Erfahrung – reagieren die Hersteller darauf überhaupt oder ist es ihnen egal was einzelne Kunden wollen? Der breiten Masse wird nicht bewusst sein, was drin ist oder es ist ihr egal.

Sexy Hair – Smooth Extender
Nourishing Smoothing Masque

Und noch ein Haarpflegeprodukt, sogar mit Kokosöl, was ich persönlich sehr mag. Nicht nur zum Kochen und Backen, sondern auch für die Haar- und Hautpflege. Dieses Produkt soll die Haare mit Feuchtigkeit versorgen und sie reparieren. Ich bin gespannt wie gut das funktioniert. Masken kann frau ja nie zu viele haben.

Auch hier zeigt Codecheck was drin steckt:  Quaternium (steht im Verdacht Hautreizungen auszulösen), Trideceth (schwächt die Hautbarriere), Methylisothiazolinone (stört das Immunsystem und löst möglicherweise Allergien und Asthma aus), Palmöl.

Da es sich auch bei diesem Produkt um ein Produkt handelt bei dem man selbst verhindern kann, dass die Haut in Kontakt kommt mit Produkt, sind die Inhaltsstoffe aus meiner Sicht nach wie vor bedenklich, aber das Risiko überschaubar. Auch dieses Produkt werde ich somit zumindest testen und schauen was es hält. Schade finde ich nur, dass tatsächlich nicht ein Produkt dabei ist, dass absolut unbedenklich ist, oder zumindest nur minimal bedenklich. Aber alle enthalten Palmöl und sind somit Teil der Abholzung unserer Regenwälder und damit zusammen hängend der globalen Erwärmung der Erde. Und das alles nur für ein wenig schönere, weniger störrische Haare und glatte Haut… geht es nicht auch anders?

Fazit

Nun sieht es so aus als hätten wir eine absolute Horrorbox, aber dem ist gar nicht so. Wenn man sich bewusst macht, dass die meisten Kosmetikhersteller auf einer Art roten Liste stehen, dürfte man eben nahezu keine Kosmetik- und Pflegeprodukte mehr nutzen. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, wie wichtig ihm sein Aussehen und seine Gesundheit sind und wie gravierend die einzelnen Codecheck-Ergebnisse im individuellen Fall sind.

Mir geht es nur darum einen allumfassenden Einblick zu geben und nicht einfach nur die Funktionen und die Anwendung eines Produktes zu bewerten, sondern eben auch seiner Risiken im gesundheitlichen Bereich und die Umwelt betreffend, aufzuzeigen. Da ich aufgrund meiner Allergien allerdings die Produkte zur Hautpflege und Kosmetik dieses Mal nicht testen kann, sieht es natürlich ein wenig extremer aus als üblich.

Wer auf Nummer sicher gehen will, ist mit Naturkosmetik besser beraten. Die bekommt er allerdings in der Luxury Box nur bedingt. Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine Box, die viele begeistern wird und Personen, die nicht auf verschiedenste Inhaltsstoffe reagieren, werden mit de Box sicher glücklich.

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