Krupps EA880E – Kaffeevollautomat

Aufbauen und der erste Eindruck

Groß ist sie und schwer. 12kg steht auf dem Etikett. Und das merkt man bereits bei Annahme des Paketes. Der Großteil ist dabei natürlich Verpackung, denn die Krups EA880E kommt gut verpackt. Und so riesig ist sie ohne die ganze Umverpackung dann gar nicht mehr. Allerdings wirkt sie neben unserer „alten“ Maschine doch ein wenig kräftiger.

Im Gegensatz zu unserer bisherigen Maschine befindet sich der Wassertank auf der Rückseite der Maschine und umfasst laut Aussage des Herstellers 1,7 l. Gefühlt muss ich seltener Wasser einfüllen als bisher, was angenehm ist. Zum Wassertank gehören eine Tragegriff, der zur Seite geklappt werden kann, wenn der Wassertank sich in der Maschine befindet. Zudem gibt es eine Abdeckung für den Tank, die über eine komplett umlaufende Gummilippe auf dem eigentlichen Tank aufliegt und diesen dicht verschließt. Schade finde ich jedoch die Anbringung an der Rückseite. Gerade für kleinere Menschen ist es so ein wenig schwieriger, auch weil der Wassertank weit nach oben heraus gezogen werden muss. Unser Sohn kann uns nun, wenn das Wasser mal nicht ausreichen sollte, keinen Kaffee mehr machen. Er ist allerdings auch erst ca. 1,25 m groß. 

Auf der Vorderseite befindet sich ein Display, welches vor der ersten Benutzung durch ein Folie geschützt ist. Es ist verglichen mit dem sonst wuchtigen oberen Teil der Maschine sehr klein. Bedienbar ist das TFT-Display per Fingerberührung.  Ich habe ein paar Videos davon gemacht, die ich jedoch noch nachbereiten muss, auf denen man die Bedienung per Touch ganz gut erkennen kann. Sie ist in jedem Fall intuitiv, denn das in sechs Felder aufgeteilten Display bietet neben kleinen Grafiken immer auch einen Text unter dem Bilder, durch den eindeutig erkennbar ist, um welchen Kaffee es sich handelt. Die Schrift ist gut lesbar und die Einteilung des Displays durchweg sinnig, was die Kaffeezubereitung betrifft. Leider ist es nicht 100%-ig scharf. Schön finde ich, dass die Maschine beim ersten Starten durch die Einrichtung hindurch hilft. Wer das Handbuch bis hierher nicht gelesen hat, kann die Krups EA880E auch per TFT-Touchdisplay einrichten. 

Neben Wasserhärtegrad und Zubereitungstemperatur, lässt sich auch die Sprache und darüber die Servicehotline am Display einstellen. Bisher habe ich diese jedoch nicht gebraucht. Auch die Zahl zubereiteter Getränke und die Zeiten bis zum nächsten Reinigen der Maschine sind angegeben. Wichtig ist das Display auch bei der Zubereitung des Kaffees im späteren Verlauf. 

Auf der linken Seite des Maschine befindet sich der Behälter für die sogenannten Kaffeekuchen, also das was nach dem pressen und  zubereiten des frisch gemahlenen Kaffees in den Abfall wandelt. Rein passen sollen hier 12 Zubereitungen und dann passt ziemlich genau. Der Wert kann leicht geringer sein, wenn die Kuchen nicht gleichmäßig bis zum Boden fallen. Aber ich bin ohnehin eher der Typ, der einmal mehr den Behälter entleert, auch wenn es noch nicht notwendig ist. Gereinigt werden muss der Behälter fast gar nicht, da von den Kuchen nahezu keine Kaffeeresten am Behälter verbleiben. Sehr angenehm, denn das war bisher immer ein großes Problem.

Vorn unter dem Kaffeeauslauf befindet sich wie üblich eine Abtropfschale, die ich angenehm groß finde. Da sie aus Plastik ist wirkt sie nicht ganz so wertig wie der Rest der Maschine. Dafür ist sie jedoch schön leicht und kann demontiert werden um sie vernünftig zu reinigen. Zur Abtropfschale gehört eine verchromte Auflage, die selbst bei vorsichtiger Nutzung zerkratzt. 


Der Platz für die Maschine war bedingt dadurch, dass das Netzkabel mit ca. 1m sehr kurz ist, beschränkt. Obwohl wir sehr viele Steckdosen in der Küche habe und diese auch an durchaus sinnigen Stellen verbaut sind, war es nicht einfach einen Platz für die Maschine zu finden. Zum unseren Pech knickt der Stecker nach links ab, obwohl wir das Kabel eher auf der rechten Seite benötigen und somit fehlen noch ein paar Zentimeter mehr.Einen Platz gefunden haben wir dennoch.

Anleitung

Nach dem Auspacken folgt bei mir immer das Lesen der Anleitung, weil jede Maschine unterschiedlich ist und beim ersten Aufbauen immer Dinge anfallen, die sich nicht unbedingt erschließen. Dabei fällt auch, dass die Anleitung zwar recht umfassend ist und auch in verschiedensten Sprachen geliefert wird, jedoch mangelt es an Bildern. Auf der ersten Seite befindet sich eine Ausklapperseite mit kleinen Abbildungen und in der restlichen Anleitung wird immer wieder auf eines dieser Bildchen verwiesen. Das ist okay, aber schöner wäre eine ausführliche bebilderte Anleitung. 

Das Werbeversprechen

Krups selbst wirbt damit, dass es sich um eine Maschine handelt, Die Profigenuss für zuhause bietet. Das ist eine starke Aussage und ich bin gespannt ob das stimmt. 

Bedienung

Nach drei Minuten hat man keinen Kaffee, es dauert schon ein wenig länger, auch wenn andere Rezensenten dies proklamieren. Die Maschine muss aufgestellt und befüllt werden, mit Wasser und Bohnen. Zum Einrichtungsprozess mit Messen der Wasserhärte gehört auch der Einbau des Wasserfilters (so man denn einen hat), was schon ein wenig Geschick erfordert. Ist das alles erledigt, ist der Kaffee auf Knopfdruck aber nicht mehr fern.

Nach dem Einschalten erfolgt ein Aufheizprozess, welcher im Display angezeigt wird. Im Anschluss lässt sich über das Touchdisplay ganz einfach die gewünschte Kaffeesorte auswählen. Für den ersten Test sollte es bei uns ein ganz normaler Kaffee sein. Also auswählen und dann die Parameter Stärke und Menge einstellen. Ich war es bisher gewohnt, die Stärke des Kaffees individuell einstellen zu können. Das geht bei dieser Maschine nicht, denn es gibt nur genau drei Stufen. Ob wir mehr brauchen, wird sich im weiteren Verlauf zeigen. Vielleicht reichen uns die drei Stufen auch. 

Für den ersten Kaffee habe ich unsere Lieblingssorte von Dallmayr probiert und musste hier erst den richtigen Mahlgrad für die Bohnen finden, damit die Crema auch passte. Das klappte nicht beim ersten und leider auch nicht beim zweiten Kaffee. Hierfür kann aber natürlich die EA880E nichts, das ist bei jeder anderen Maschine genauso. 

Das Ergebnis nach Kaffee Nummer 3 ist nahezu perfekt – die Crema super, der Geschmack absolut einwandfrei. Wir müssen bei der Temperatur noch nachbessern, aktuell ist es bei uns noch sehr heiß. So sehr, dass er sich nicht direkt aus der Maschine trinken lässt. Andererseits besser so, als wenn er nur lauwarm heraus kommt. Durch das spezielle Mahlwerk soll es ja auch dauerhaft genauso bleiben. Ich bin gespannt ob sich dies bewahrheitet. 

Wer vorher eine Maschine hatte, bei der Milchschaum separat zubereitet wurde, wird ein wenig überrascht davon sein, dass sie Kaffeeauslässe ein wenig weiter hinten sind als gewöhnlich, was daran liegt, dass an der EA880E eben auch der Milchschaum durch den Block an der Maschine direkt in die  Tasse geleitet wird. Dazu gibt es ein kleines Zubehörteil, das an die Auslässe gesteckt werden muss. Die Milch kann dann direkt aus dem Karton oder aus einem separaten Behälter dazu geholt werden. In den Behälter kommt der kleine Schlauch hinein und am Auslass befindet sich ein Knopf, der je nach dem, ob man Cappucchino oder Latte Macchiato trinken möchte auf die entsprechende Position gedreht werden muss. Beim Auswählen eines Cappucchinos oder Latte Macchiatos muss dann neben der Stärke und der Menge des Kaffees zudem noch die Zeit, die für die Zubereitung des Milchschaums aufgewendet werden soll, eingestellt werden. Dann kann es losgehen und auch hier war ich positiv überrascht, denn der Milchschaum war absolut perfekt, ebenso wie der Rest des Cappucchinos. Schön ist auch, gerade wenn man mit neuen Tassen herum experimentiert, dass man während der Zubereitung die Menge und Zeit variieren kann. Dadurch lässt sich eine Überschwemmung fast immer verhindern. 

Reinigung

Aus meiner Sicht reinigt die Maschine nicht genug, sodass sie häufig manuell zusätzlich reinigen lassen. Auch die automatische Reinigung des Schlauches, der für die Zubereitung von Milchschaum benötigt wird, ist aus meiner Sicht nicht ausreichend. Für den Block der Maschine mit den Düsen für den Milchschaum wird zwar nach jeder Zubereitung mit Milchschaum eine Reinigung angeboten, aber der Schlauch wird dabei nicht gereinigt. Auch sieht man nach einigen Zubereitungen beim Auseinanderbauen dieses Blocks, dass sich einiges an Milch ablagert. Will man also eine gepflegt saubere Maschine muss schon an jedem Tag, an dem Cappucchino und Co. zubereitet wurden, die Maschine zerlegt werden. Das geht ganz fix und auch die Reinigung und das Zusammenbauen sind einfach und schnell gemacht. Es sind jedoch zusätzliche Handgriffe, die gemacht werden müssen und von einer Maschine dieser Preisklasse erwarte ich eigentlich eine umfassende Selbstreinigung. Hier muss man noch vergleichsweise viel Hand anlegen. 

Negativpunkte

Wenige kleine Probleme hatten wir bisher: eigentlich sollte auffallen, wenn nicht genügend Bohnen in der Maschine sind. Erwartet hatte ich, dass die Maschine stoppt, was sie bspw. tut, wenn zu wenig Wasser im Wassertank ist. Sie wartet dann bis das Wasser aufgefüllt ist und bietet an, an der Stelle, an der unterbrochen wurde, fortzufahren. Bei den Bohnen hat dies leider nicht geklappt und auch das Abbrechen des Zubereitungsvorgangs klappte an der Stelle leider nicht.

Zudem hatte ich einmal den Fall, dass nach dem Reinigen aller Behälter an der Maschine die Voreinstellungen von meinem letzten Kaffee vergessen waren und ich sie neu eingeben musste. Das sind aber alles Kleinigkeiten, die man sicher gut verkraften kann für den ansonsten großartigen Kaffeegenuss.

Was die Reinigung betrifft, muss man ebenfalls schauen, wie viel Zeitaufwand man hier für gerechtfertigt hält und ob man diesen aufwenden möchte.

Fazit

Vorteile 

  • Tolle Crema und Milchschaum, erstklassiger Kaffeegenuß
  • Einfache Bedienung
  • Leises Mahlwerk

Nachteile

  • Nur 1 m langes Netzkabel
  • Reinigung recht aufwändig
  • Hoher Preis

 

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