Kreuzfahrt mit Mini – erster Tag ab Hamburg

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig, eine Kreuzfahrt, die ist schön… Ok, so ganz passt es nicht, da es im Original um die Seefahrt geht, aber sei ’s drum. Es passt gerade einfach schön. Wo aber geht es eigentlich hin? Wir reisen nach Hamburg und machen von dort mit der AIDAprima die sogenannten Metropolentour entlang der Nordseeküste. Es geht von Hamburg nach England, hinüber über den Ärmelkanal nach Frankreich, weiter nach Belgien und Niederlande und zurück nach Deutschland. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber zum einen sind vier Länder in 7 Tagen durchaus einiges und zum anderen reicht uns diese Zeit, um erst einmal heraus zu finden, ob wir überhaupt „Kreuzfahrtkompatibel“ sind. Denn nur weil ich als Kind an der Küste aufgewachsen bin, bedeutet dies ja nicht zwangsläufig, dass es alles wunderbar funktionieren muss. Und dann ist ja auch noch der Mini da und mit dem ist alles ein wenig schwieriger, denn der will bespaßt werden, langweilt sich immer furchtbar schnell und manchmal hört er genau so gut wie vermutlich alle anderen Kinder auch. 

Aber vor der eigentlichen Reise kommt die Anreise. Wir haben knapp fünf Stunden vor uns. Je nach Fahrstil oder Verkehrsaufkommen kann diese grobe Schätzung in beide Richtungen abweichen. Mit Kind ist das immer ein wenig aufwendiger, aber machbar. Blöderweise wurde der Mini während unserer Kofferschlepperei schon wach und blieb es dann auch. Geplant hatten wir eigentlich, dass er einen Großteil der Fahrt schläft, weil es noch viel zu früh war und unausgeschlafen der Mini irgendwann sehr anstrengend sein kann. 

Die Fahrt selbst verlief bis in den Stau hinein ganz gut und da wir Puffer eingerechnet hatten, waren wir selbst dann noch pünktlich. Auf der kurze Schlenker vorbei am Ziel brachte uns nicht in zeitliche Nöte. Um kurz nach 11.00 erreichten wir den Langzeitparkplatz am Hamburger Cruise Terminal und konnten nach kurzer Parkplatzwahl auf dem noch recht leeren Parkplatz unsere Koffer aufgeben.

Check In Terminal am Cruise Center in Hamburg – Steinwerder

Die nächste Station war das Einchecken inklusive der üblichen Sicherheitskontrollen, also ganz ähnlich wie am Flughafen. Nach wenigen Minuten hatten wir unsere Boardkarten und machten uns auf den Weg vom Land auf’s Meer oder zumindest auf’s Schiff. Das Meer erreichen wir erst heute Nacht, denn vorher steht eine längere Fahrt die Elbe hinunter vor uns. Unser Weg führte uns vorbei an 

Der lange Weg auf das Schiff erfolgt über die Gangway

dem ersten Fotografen, der ein Erinnerungsbild von uns schon vor dem eigentlichen Reisebeginn machte. Außerdem gab es einen Gutschein für ein Bild der AIDAprima, wenn wir dieses erste Foto an Board der AIDA kaufen. Es folgte die Gangway hinauf auf’s Schiff. Mini war schon so aufgeregt, dass er fast über seine eigenen Füße stolperte. Gerade zu diesem Zeitpunkt wird einem, wenn das vorher nicht schon passiert ist, noch einmal bewusst, wie groß dieses Schiff eigentlich ist. Denn obwohl man die AIDAprima über Deck 6 betritt, sind da immer noch dopppelt so viele Decks, die darüber liegen. Es wirkt ein wenig als würde man eine große Hotelanlage betreten. 

Kabine mit Meerblick auf der AIDAprima auf Deck 5

Beim Check-In bekamen wir die Info, dass unsere Kabine bereits bereit wäre, und so führte uns Weg als aller erstes einmal hinunter auf Deck 5 und ganz nach vorn ins Schiff, denn unsere Kabine lag recht weit vorn am Bug. Beim Betreten waren wir angenehm überrascht, denn die Kabine war toll eingerichtet, liebevoll dekoriert und angenehm groß. Nur der Geruch war ein wenig gewöhnungsbedürftig, was möglicherweise daran lag, dass die einzige Möglichkeit hier Luft auszutauschen, in der Klimaanlage bestand. Wir hatten nicht nur ein Bullauge sondern ein großes Fenster, in das man sich sogar hinein setzen konnte um so besser nach draußen schauen zu können. Neben einem großen Doppelbett hatten wir eine kleine Klappcouch, die nun zum Schlafbett umfunktioniert war. Diese war recht schmal, aber für ein Kind von 6 Jahren vollkommen ausreichend. Zwei kleine Tische neben dem Bett für die wichtigsten Dinge, die man so in der Nacht braucht gab es außerdem. Auch der Mini hatte ein kleines Tischchen am Platz und ein Lampe.

 Auf dem riesigen TV lief bereits Kanal 5 mit den Sicherheitshinweisen und dem richtigen Verhalten bei Notfällen in zwei Sprachen. Daneben befand sich ein Regal mit Informationsmaterial von AIDA und zwei Wasserflaschen sowie dazugehörigen Gläsern. Für Kunden, die ihre Reise im Premiumtarif gebucht haben, sind zwei Flaschen Wasser täglich kostenfrei. 

Kabine mit Meerblick auf der AIDAprima auf Deck 5 – Kabinennummer 5107

Vom begehbaren Kleiderschrank sowie vom Badezimmer habe ich tatsächlich keine Fotos gemacht. Beide waren aber absolut zweckmäßig eingerichtet, sinnvoll aufgebaut und groß genug für jeden von uns dreien. Im Kleiderschrank befanden sich zudem ganz oben über dem Safe die Sicherheitswesten, die wir für die spätere Sicherheitsübung auch schon einmal heraus holten. Meine Empfehlung für das Anlegen der Sicherheitswesten bzw. für die richtige Reihenfolge beim Ankleiden: erst die Schuhe anziehen und danach erst die Sicherheitsweste, da diese den Bewegungsfreiraum ein wenig einschränkt. Unsere Versuche im Vorfeld der Sicherheitsübung die Schuhe nach dem Anlegen der Sicherheitswesten anzulegen sorgten für ein Lachkrampf und endeten damit, dass wir uns gegenseitig helfen mussten, damit wir noch pünktlich zur Übung konnten. 

Nach dem Inspizieren der Kabine und einem ersten Einräumen des Kleiderschrankes sowie des Bades ging es zurück nach oben, um die restlichen Decks zu besuchen und eine Kleinigkeit zu essen. Es war bereits Mittagszeit und somit der perfekte Zeitraum für eine erste Mahlzeit an Board der AIDAprima.

Wege am Restaurant auf AIDAprima – Mini bestaunt die echt wirkenden Bäume

Zu Beginn wirken die Wege noch sehr lang und man verläuft sich schnell, allerdings gibt es überall in die Wand eingelassene Monitore, über die man sich einen Überblick über die Decks und die eigene Position verschaffen kann. Auch die Restaurants sind dort verzeichnet, zusätzlich eine Information darüber wie lange diese noch geöffnet sind und wie viele Plätze dort verfügbar sind.

Unsere erste Mahlzeit nahmen wir im Marktrestaurant ein, welches uns von der Aufmachung am besten gefiel. Die im Vorfeld oft in Foren und in den sozialen Medien erwähnten Besteckständer konnten wir nun auch erstmals in Aktion erleben. 

Besteckständer auf der AIDAprima

 

Zum Tischwein kann ich nur sagen, dass er mir als Weinliebhaber am Anfang schon nicht schmeckte und zum Ende der Reise noch weniger. Aber glücklicherweise gab es in den Restaurants „Zapfanlagen“ auch für Wein und somit war man nicht gezwungen bei den Mahlzeiten auf „vernünftigen“ Wein zu verzichten. Das Bier war ebenfalls nicht meines, da es sehr herb war. Hier gab es während der Mahlzeiten aber meines Wissens keine Alternative. Im Restaurant Weite Welt gab es abweichend zum Marktrestaurant jeden Abend etwas anderes zu Essen. An Landtagen gab es typische Spezialitäten des Landes, an dem wir vor Anker lagen, an Seetagen war es ein buntes Angebot anderer Länder (bspw. USA an unserem 2. Seetag). Auch wenn es auf den Bildern aussieht als wäre viel Platz im Buffetbereich war es besonders an Seetagen so, dass es um die Stoßzeiten herum immer sehr voll war und man durchaus einige Minuten anstehen musste, wenn man etwas essen wollte, für dass sich offensichtlich auch alle anderen interessierten. Meist war dies beim frisch gegrillten Fleisch der Fall. 

Buffetbereich links im Restaurant Weite Welt auf der AIDAprima

Qualitativ war es sehr unterschiedlich, je nach dem was man essen wollte. Während ich fast ausschließlich Gemüse, Salat und Fisch gegessen habe und damit fast immer glücklich war, sah es beim Fleisch, dass mein Mann sich aussuchte leider häufig so aus, dass es trocken und nach seiner Aussage „einfach nur tot“ war. Vielleicht kann man hier noch nachbessern und mehr eingelegtes Fleisch oder Fleisch in Soßen anbieten, sodass das Fleisch eben nicht so viel Feuchtigkeit verliert. 

Blattsalat auf der AIDAprima in den Buffetrestaurants

Um kurz nach 18.00 Uhr hieß es dann Leinen los ab Hamburg die Elbe hinunter bis in die Nordsee.

Leinen los im Hamburger Hafen

Für uns ging es jetzt in den Kids Club, da wir zum einen Kochkurs gebucht hatten, der sich zeitlich mit der Infoveranstaltung für Eltern überschnitt und wir noch nicht wussten ob Mini überhaupt in den Kids Club gehen würde und wie der Ablauf hier aussieht. Zudem fand hier die erste Kinderdisko statt mit den sogenannten Clubbies (das sind die großen Maskottchen, deren Namen nach den Anfangsbuchstaben der AIDA ausgesucht wurden) und einer ersten Möglichkeit die anderen Kinder an Bord kennen zu lernen.

Treffpunkt für die Kinderdisko war am Heck des Schiffes, also einmal komplett durch das Schiff hindurch für uns und dann 9 Etagen nach oben ins Four Elements. Hier befindet sich bei der AIDAprima der Badebereich mit den Wasserrutschen, dem Lazy River, diversen kleinen und großen Badebereichen, Liegen und einer großen Leinwand, auf der Kinofilme und andere Übertragungen stattfinden. Über allem hängt in schwindelerregender Höhe allerlei Zubehör für den Klettergarten. Nach der Kinderdisko ging es für uns wieder zurück über das Schiff vorbei am Theatrium und in die Kabine. Ein vollgepackter Tag, der auf einem erstaunlich bequemen Bett in einer ebenso erstaunlich ruhigen Kabine endete. 

Theatrium Deck 7

Habt ihr bereits ein Kreuzfahrt mit Kind ausprobiert oder wart ihr bisher immer abgeschreckt davon?

Kommentar verfassen