Strom – die unendliche Geschichte

Nachdem unser Bauleiter im Frühjahr beim Anlaufgespräch noch gesagt hatte, die Versorger müssten gar nicht anwesend sein, und wir uns darauf verlassen hatten, fand unser Gespräch ohne Versorger Strom und ohne Telekom statt. Gas und Wasser werden in unserer Gemeinde zusammen verlegt und ein Vertreter der Wasserwerke war anwesend.

Mittlerweile hatte sich das mehrfach gerächt, das niemand vom Elektroversorger anwesend war, denn unser Tiefbauer hatte scheinbar die Unterlagen der Versorger nicht ausreichend gelesen. Auch auf unseren Hinweis, dass hier vor Ort keine direkte Einführung von der Straße per MSH bis ins Haus erfolgen kann, hat man geschickt ignoriert.

Nachdem wir darüber noch einmal telefonisch und per E-Mail informiert haben, versucht man nun die Kosten für das nochmalige Ausheben einer Grube am Haus in Höhe der Mehrsparte auf uns abzuwälzen. 800 bis 1000 € sollen hier noch einmal fällig werden.

Wir haben daraufhin versucht die Erde an der Stelle von Hand auszuheben. Wer jedoch weiß, wie schwierig es ist, verdichtete Erde zu bearbeiten, wird bereits jetzt den Kopf schütteln. Immerhin waren wir nach etwa einer Stunde Arbeit mit Spitzhacke bei einer Spatentiefe angekommen, allerdings war von den Rohren noch nichts zu sehen.

Im zweiten Versuch half unser Nachbar, selbst im Tiefbau tätig, das Loch per Bagger auszuheben. Glücklicherweise musste dieser selbst aktuell einen Graben auf seinem Grundstück ausheben und machte unsere Grube dann mit.

Wir teilten unserem Bauleiter und dem Elektrounternehmen also mit, dass die Rohre freigelegt wären und sie an die Arbeit gehen könnten. Einige Tage später war dann  das Elektrounternehmen da und teilte uns mit, dass sie so nicht arbeiten könnten und keinesfalls die Säule aufstellen könnten. Wir müssten das Loch an einer anderen Stelle weiter entfernt vom Haus noch einmal graben und dort die Rohre freilegen. Darauf hatten wir nun, da der Bagger natürlich nicht mehr verfügbar war, keine Lust mehr und beauftragten das Elektrounternehmen, selbstständig die Tiefbauarbeiten zu übernehmen. Auf diese Spielchen hatten  wir keine Lust mehr. Unser Bauleiter bekam ein Bild der aktuellen Situation am Haus, um dieses an das Elektrounternehmen von Hanse Haus weiterzuleiten. 

Irgendwann erhielten wir dann einen Anruf vom Bauleiter, dass die Säule schon gesetzt wäre und er jetzt das Elektrounternehmen von Hanse Haus informieren würde, dass es nun einen Zählertermin vereinbaren würde.  

Ein paar Tage später erhielten wir einen Anruf von der Baustelle von dem Elektrounternehmen, dass Hanse Haus beauftragt hatte. Der Anrufer klang ein wenig aufgebracht. Er könne die Rohre, die ins Haus führen, nicht finden. Wir fuhren also auf die Baustelle, zeigten dem Elektroniker die entsprechenden Rohre um dann zu erfahren, dass so keine Gewährleistung übernommen werden könne und er das nicht verantworten könne. Wir müssten noch einmal baggern und uns dann melden. 

Verstehen konnten wir die Situation schon lange nicht mehr. Erneut half unser Nachbar aus, organisierte einen Bagger und hob ein Loch für uns aus. Die Rohre lagen nicht an der mit dem Tiefbauer besprochenen Stelle, waren jedoch auffindbar. Bei dieser Aktion stellten wir auch fest, dass der Elektroversorger keine Lehrrohre verlegt, sondern lediglich das Stromkabel in die Erde geworfen hatte. Das überraschte uns, da selbiger uns erst vor ein paar Tagen mitgeteilt hatte, dass er unsere Lehrrohre nicht auffinden konnte und daher eigene verlegen musste. Nun lag erneut alles für das Elektrounternehmen von Hanse Haus bereit. Erneut schickten wir Fotos an unseren Bauleiter, die er weiterleiten sollte. 

Dieses Mal hatten wir keine Lust überrascht zu werden, riefen an und fragten, wann der Zählertermin dieses Mal stattfinden sollte. Am vereinbarten Tag waren wir zur Mittagszeit am Haus und erwarteten die Kollegen. Auch dieses Mal ging es nicht ohne Probleme. Angeblich war das mitgebrachte Kabel nun zu kurz. Warum man nicht die vorher freigelegte Stelle dichter am Haus genutzt habe, wurde gefragt. Das konnten wir beantworten, da wir von der selben Firma die Aussage bekommen hatten, dass eine Gewährleistung nicht möglich sei, wenn man diese Stelle nähme. Der Kollege resümierte längere Zeit über die Vor- und Nachteile und wie er nun das möglicherweise zu kurze Kabel ins Haus bekommen solle. Schlussendlich einigten wir uns darauf, dass sie es dennoch versuchten und sich meldeten, sollten sie noch etwas brauchen.  

Das Ende vom Lied: der Stromzähler ist im Haus angeschlossen, das Kabel hat wohl doch gereicht. Dafür wurde die Muffe der MSH nicht genutzt. 

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