Kleine Erwachsene oder Kleinkinder? – Was die Modeindustrie aus unseren Kindern macht

Maja fragt „Boomt der Babymodemarkt?“ und ich sage ja! Denn schauen wir doch mal in die Werbung diverser Anbieter für Kindermode:

 

Dieser zugegeben wunderschöne Babyparka ist sicher alles, nur keine Babymode. Sicher sieht der Parka süß aus und auch dein Kind wird darin ganz wunderbar ausschauen, wie ein Model, wie ein kleiner Erwachsener und eben nicht wie ein Baby.

Praktisch ist er aber ganz sicher nicht, das Material ist recht störrisch und damit gerade für kleine Kinder weniger geeignet, durch die Knöpfe ist die Jacke nicht winddicht und Taschen sind für ein Baby, welches Größe 56 trägt, kompletter Schwachsinn, da sie noch nicht einmal ihre kleinen Fäustchen öffnen, geschweige denn etwas bewusst greifen und in ihre Taschen stecken können.

Die Kapuze ist super, schön groß und funktionabel, aber ehrlich gesagt, befürchte ich dass ein Neugeborenes in diesem Parka zwar schick, aber unpraktisch verpackt ist und  vielleicht mögen für einige 29,95 € nicht die Welt bedeuten, aber unser Sohn war schon bei Geburt aus einigen Sachen in Größe 56 herausgewachsen je nach Schnitt. Da empfinde ich knapp 30 € für wenige Wochen schon ein wenig übertrieben.

Ein Baby sollte auch genauso aussehen und nicht wie eine kleine Erwachsenenausgabe seiner Eltern. Wer braucht schon die Kinderbekleidungslinien von Pepe, Tom Tailor, Mexx und Co.? Natürlich haben die schöne Kleidung, ohne Frage, aber ein Poloshirt für ein Kleinkind ist schon deswegen unsinnig weil unser Zwerg ständig die Knöpfe am Kragen aufknöpft und dann mit halbnackter Brust durch die Gegend läuft.

Ganz zu schweigen von den unglaublichen Preisen, die zum Teil für Babybekleidung gefordert werden. T-Shirts für 49 € , zu diesem Preis kaufe ich nicht einmal T-Shirts für mich!? Die meisten werden doch ohnehin in Kamdoscha, China oder Pakistan hergestellt, das spielt doch der Herstellungspreis keine Rolle mehr, sondern nur noch das kleine Logo oben drauf. Sei es das grüne Krokodil oder sonstiges, die Qualität hat die Kleidung schon lange nicht mehr.

Ich hatte über die Qualität, der in China gefertigten Kleidung von Vertbaudet schon zur Genüge geschimpft und könnte bei anderen Herstellern und Händlern ansetzen, aber was ändert das?

Es wird immer Eltern geben, die ihre Kleidung im Partnerlook mit dem Kind auswählen und tragen und es wird auch immer die Eltern geben, die lediglich nach praktischen Gesichtpunkten auswählen. Dazwischen gibt es eine Grauzone, in welcher Eltern Eigenschaften aus beiden Lagern vereinen.

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